Die „neue“ MOPO

Seit dem 13. November 2017 erscheint die Hamburger Morgenpost in neuem Gewand: Die Zeiten des aktualitätsgetriebenen Boulevardblattes MOPO sind passé, die Chefredaktion setzt auf Meinungsstärke und Debatten, damit die MOPO auch als gedrucktes Produkt weiter eine Zukunft im hart umkämpften norddeutschen Pressemarkt hat.

Mit dem anstehenden Relaunch soll nach dem Willen von Chefredakteur Frank Niggemeier die verkaufte Auflage stabilisiert werden.

Boulevard wird bei der Hamburger Morgenpost künftig moderner interpretiert – hintergründig und mit selbst gewählten Themen. Damit reagiert die MOPO nicht zuletzt auf den Digitaljournalismus, der es den gedruckten Zeitungen schwer macht, den Leser noch mit News einzufangen. Chefredakteur Niggemeier sagte gegenüber dem Medienportal MEEDIA: „Wir verstehen uns weniger als Chronisten und setzen nicht auf Nachrichten, die schon am Vortag online für jedermann frei zugänglich waren.“ Online vor allem auch im eigenen Haus. Die Online-Version der MOPO ist mit einer Reichweite von 12 Mio. Visits pro Monat* die meist gelesene norddeutsche Tageszeitung im Netz. Das ermöglicht der gedruckten MOPO, sich verstärkt auf eigene Stücke und selbst gesetzte Schwerpunkte zu Themen zu konzentrieren, die Hamburg bewegen.

Geplant ist unter anderem, dass in jedem Ressort täglich ein Kommentar steht. Das „Thema des Tages“ wurde auf den Seiten 2 und 3 nun zum „Standpunkt“, der Debatten anstoßen soll, während der Hamburg-Teil tiefgründiger berichtet.

Das neue inhaltliche Konzept kommt ganz offensichtlich an: Etwa 95 Prozent der Lesermeinungen sind positiv. Einziger größerer Kritikpunkt der traditionsbewussten hanseatischen Leserschaft: Der Wegfall der historischen Rubrik „Der Tag, an dem…“ . Diese soll allerdings wieder wie zuvor immer am Sonnabend erscheinen.

Quellen: IVW Online 10/17, meedia.de